Sport | Vom Sein und Schein im Rausch der Ringe: Olympische Spiele
Inhalte und Zielsetzung des W-Seminars:
Auch heute noch ziehen Olympische Spiele Millionen von sportbegeisterten Menschen in den Stadien sowie vor den Fernsehgeräten in ihren Bann. Sie tragen damit zur Darstellung sportlicher Höchstleistung und einer gelungenen Werteerziehung für ganze Generationen bei – so der Grundgedanke von Pierre de Coubertin. Im Seminar werden die Grundzüge der olympischen Bewegung wissenschaftlich erarbeitet und vergangene Spiele hinsichtlich ihrer Strahlkraft und Wirkung auf Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Infrastruktur analysiert. Die gegenwärtigen Strömungen von z.B. NOlympia werden ebenso thematisch hinterfragt wie die Rolle von Korruption, Doping und Größenwahn. In seiner Gesamtheit soll das W-Seminar die gegensätzlichen Standpunkte und Auffassungen darstellen und die Schülerinnen und Schüler zu einer mündigen Selbsteinschätzung und Meinungsbildung motivieren. Die Themenliste der Seminararbeiten dient lediglich als Orientierung und versteht sich als Vorschlagsliste, die einer individuellen Erweiterung bedarf.
Mögliche Seminararbeitsthemen:
- Die Olympischen Spiele in der Antike
- Pierre de Coubertin und seine Idee der modernen Spiele
- Berlin 1936: Olympische Spiele unterm Hakenkreuz
- München 1972: Olympischer Schrecken und das Attentat
- München 1972: Architektur und Infrastruktur – wie die Landeshauptstadt von den Spielen profitierte
- Analyse des Vergabeverfahrens von Olympischen Spielen: Bergleich zweier Candidate-Cities
- Weiterentwicklung des Sportprogramms: Vorgaben und Motive des IOC
- Spitzensportförderung im Vergleich: Deutschland und USA
- Spitzensportförderung im Vergleich: Deutschland und Russland
- Geheimsache Doping: Präventionsansätze der DSJ und NADA
- Geheimsache Doping: Anti-Doping-Gesetzte
- Geheimsache Doping: Analyse zu der Aussage: „Im Fußball bringt Doping nichts!“
- Zeitzeugeninterview mit Paul Barth: Ein Münchner gewinnt Bronze bei den Spielen 1972 in München
- Olympiasieger: Warum droht der Absturz in die Depression?
- Olympiasieger: Nebenbei Weltklasse – Moritz Fürste.
- Trainerstruktur und Ausbildung im DOSB
- Fernsehrechte Olympischer Spiele
- Athleteninterview
Kunst | Kunst im Nationalsozialismus
Inhalte und Ziele des W-Seminars:
Berlin, den 28.Juli1937: Göring erlässt das Gesetz, jedes Museum in Deutschland von entarteter Kunst zu „säubern“. Was nun folgt, soll Thema dieses Seminars sein, das einerseits der Kunstbetrachtung, sowie der Reflexion von Zeit- und Kunstgeschichte dienen soll. Die SuS erforschen Lebensläufe verschiedener Künstler und Kunsthändler, spüren aber auch der Stimmung nach, die im Unrechtsstaat des dritten Reiches unter den Kulturschaffenden geherrscht haben muss. Es gab Künstler, die das System unterstützt haben wie z.B. Arno Breker, andere, die fliehen mussten wie zum Beispiel Otto Dix. Jüdische Flüchtlinge mussten wertvolle Kunstgegenstände an den Staat abgeben, wie zum Beispiel die berühmte Familie Gutmann. Ein wesentliches Element dieses Seminars ist die vielfältige Recherche in Bibliotheken, Archiven, Museen. Führungen und Seminare im NS-Dokumentationszentrum und im Haus der Kunst sind obligatorisch. Präzise kunstgeschichtliche Bildbetrachtung wird eingeübt. Die Ergebnisse werden durch Zwischenpräsentationen in regelmäßigen Intervallen vorgestellt und diskutiert. Ein Seminar für SchülerInnen, die gerne aufregenden Quellentexten auf der Spur sind und eine Begeisterung für die Zusammenhänge zwischen Kunst, Geschichte und Politik haben.
Mögliche Seminararbeitsthemen:
- Was bedeutet „entartete Kunst“ am Beispiel Emil Nolde.
- Arno Breker und der „neuen deutschen Stil“
- „The Orpheus Clock“ von Simon Goodmann. Verlust von jüdischem Kulturgut.
- Der Kunsthändler Alfred Flechtheim, Aufstieg, Diffamierung, Flucht, Restitutionsverfahren.
- Daniel Libeskind und das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück.
- Otto Dix und die innere Immigration
- George Grosz: Politische Zeichnung und Malerei, Emigration nach USA
- John Heartfield: Collage, Dada, politische Affichen.
- Stiftung Kulturgutverluste zur Restitution jüdischen Kulturbesitzes