Kunst | Kunst im Nationalsozialismus
Inhalte und Ziele des W-Seminars:
Berlin, den 28.Juli1937: Göring erlässt das Gesetz, jedes Museum in Deutschland von entarteter Kunst zu „säubern“. Was nun folgt, soll Thema dieses Seminars sein, das einerseits der Kunstbetrachtung, sowie der Reflexion von Zeit- und Kunstgeschichte dienen soll. Die SuS erforschen Lebensläufe verschiedener Künstler und Kunsthändler, spüren aber auch der Stimmung nach, die im Unrechtsstaat des dritten Reiches unter den Kulturschaffenden geherrscht haben muss. Es gab Künstler, die das System unterstützt haben wie z.B. Arno Breker, andere, die fliehen mussten wie zum Beispiel Otto Dix. Jüdische Flüchtlinge mussten wertvolle Kunstgegenstände an den Staat abgeben, wie zum Beispiel die berühmte Familie Gutmann. Ein wesentliches Element dieses Seminars ist die vielfältige Recherche in Bibliotheken, Archiven, Museen. Führungen und Seminare im NS-Dokumentationszentrum und im Haus der Kunst sind obligatorisch. Präzise kunstgeschichtliche Bildbetrachtung wird eingeübt. Die Ergebnisse werden durch Zwischenpräsentationen in regelmäßigen Intervallen vorgestellt und diskutiert. Ein Seminar für SchülerInnen, die gerne aufregenden Quellentexten auf der Spur sind und eine Begeisterung für die Zusammenhänge zwischen Kunst, Geschichte und Politik haben.
Mögliche Seminararbeitsthemen:
- Was bedeutet „entartete Kunst“ am Beispiel Emil Nolde.
- Arno Breker und der „neuen deutschen Stil“
- „The Orpheus Clock“ von Simon Goodmann. Verlust von jüdischem Kulturgut.
- Der Kunsthändler Alfred Flechtheim, Aufstieg, Diffamierung, Flucht, Restitutionsverfahren.
- Daniel Libeskind und das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück.
- Otto Dix und die innere Immigration
- George Grosz: Politische Zeichnung und Malerei, Emigration nach USA
- John Heartfield: Collage, Dada, politische Affichen.
- Stiftung Kulturgutverluste zur Restitution jüdischen Kulturbesitzes

